
Erik Spiekermann
(*1947, EdenSpiekermann) ist Autor, Informationsdesigner und Schriftgestalter (FF Meta, ITC Officina, FF Info, FF Unit, LoType, Berliner Grotesk sowie etliche Unternehmensschriften). Einige seiner Entwürfe, darunter FF Meta und ITC Officina, werden bereits als moderne Klassiker gehandelt. Sein Schriftsystem für die Bahn erhielt 2006 den Designpreis der Bundesrepublik, 2011 wurde er selbst mit dem Bundespreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Spiekermann lebt und arbeitet in Berlin, London und San Francisco. Die Rolle der Schrift in der Markenkommunikation: Als Entwerfer der Bahn-Schrift und Corporate Designer für Audi, VW und Bosch sowie durch seine Arbeit an den Leitsystemen des Flughafen Düsseldorf und der BVG in Berlin sammelte Erik Spiekermann internationale Erfahrungen im Bereich Schrift und Marke. Seine Erkenntnisse aus den eigenen und anderen Projekten wird er mit den Besuchern des TYPO Day teilen.

Henning Krause
(*1965, Formgebung) arbeitet in Berlin als Grafikdesigner und Schriftentwerfer. Von 1990 bis 1993 leitete er u. a. bei MetaDesign das CD-Projekt Berliner Verkehrsbetriebe, wo die Schriftfamilie FF Transit entstand. Mitte der 90er Jahre machte er sich unter dem Namen »Formgebung« selbstständig. In der Anfangszeit betreute er weiter CD-Projekte, seit der zweiten Hälfte der 90er Jahre gestaltet er vor allem Corporate Fonts in enger Zusammenarbeit mit FontShop. Krause ist Präsident des BDG (Berufsverband der Kommunikationsdesigner). Corporate Typography – Spielregeln, Pannen, Lösungen: Wahrscheinlich hat noch niemand an so vielen Corporate-Font-Projekten mitgewirkt wie Henning Krause, tatsächlich an über 1000. Oft sind es nur Kleinigkeiten, wie das Hinzufügen eines individuellen Schriftzeichens oder das Ergänzen einer Schrift mit osteuropäischen Lettern. Doch auch Exklusivschriften gehören zu seinem Repertoire. Henning Krauses Spezialität ist die argumentative und beraterische Begleitmusik einer Corporate-Typography-Strategie, in die er die Besucher des TYPO Day einführen möchte.

Tim Ahrens
ist Schriftdesigner und wohnt und arbeitet in Berlin, wo er zusammen mit Shoko Mugikura das Schrifthaus Just Another Foundry betreibt. Als ehemaliger Architekt interessiert er sich für das Zusammenspiel von Technik und Gestaltung und entwickelt neben Schriften auch Design-Software wie die Font Remix Tools und Web-Applikationen wie den für FontShop entstandenen FontFonter. Als Berater im Bereich Webfonts ist er unter anderem für Typekit tätig. Neue Medien, neue Font-Techniken: Der Schwenk von Gedrucktem zum Lesen am Bildschirm schreitet in Windeseile voran. Auch hinsichtlich der typografischen Möglichkeiten holt das Internet auf, wobei die Einführung der Webfonts eine wichtige Lücke geschlossen hat. Es ergeben sich jedoch weitere Herausforderungen, denn die neuen Medien haben ihre eigenen Regeln. Wie reagieren die Schrifthersteller darauf und was muss man als Anwender beachten? Inwieweit müssen wir konzeptionell Umdenken, wenn wir das Medium wechseln?

Andrea Tinnes
(* 1969 in Püttlingen/Saar, typecuts.com) 1989 – 1996 Studium des Kommunikationsdesigns an der FH Mainz, 1996 – 1998 Studium Graphic Design am California Institute of the Arts/USA, 1998–1999 Design Assistenz bei Jeffery Keedy in Los Angeles, 1999 – 2000 Lehrauftrag Typografie an der FH Mainz seit 2000 selbständige Schrift- und Grafikdesignerin in Berlin. 2004 Gründung des eigenen Fontlabels »typecuts«, seit 2008 Professur für Schrift und Typografie, seit 2010 Prorektorin Kommunikation an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle; 2010 Berufung zum Mitglied des Kunstbeirates beim Bundesministerium der Finanzen.

Rolf Mehnert
(*1971, fuenfwerken.com) ist gelernter Schriftsetzer, arbeitete als Geselle, studierte Kommunikationsdesigns und wurde 1997 Gründungsmitglied der 5werken Designgruppe, Wiesbaden. Vier Jahre später Gründung der Fuenfwerken Design AG, seitdem Vorstandsmitglied und Design Director. 2007 MBA Business Design an der Zollverein School of Management and Design, 2007 MBA Master-Thesis »Geschäftsmodell basierende authentische Markenentwicklung«. Seit 2010 Lehrauftrag an der Hochschule RheinMain, Fachbereich Design. Auftraggeber und Designer – Weitsicht durch Nähe: Authentizität ist eine von der heutigen Gesellschaft sehr geschätzte Eigenschaft. Dies gilt für Personen wie auch für Unternehmen. Wir untersuchen, was einen authentischen Auftritt kennzeichnet und auf welchem Weg dieses Ziel für die Kommunikation im Corporate Design erreicht werden kann. Auf dem TYPO Day erläutert Mehnert, wie er eine Bank »locker machte«, um gemeinsam eine überraschende und authentische Corporate Identity zu entwickeln.

Ingo Heß
(ingohess.de) ist User Experience Designer und Corporate Culture Coach. Nach seinem Studium für Visuelle Kommunikation arbeitete Ingo Heß als Editorialdesigner bei der renommierten Medienagentur Kircher-Burckhardt in Berlin. Dort arbeitete er zum Beispiel für die Westdeutsche Zeitung und Die Welt. Später wechselte er zu Einhorn Solutions und betreute während des Relaunches die Mitteldeutsche Zeitung als Art Director. Creative Talk – Methodik der Ideenabstimmung Designer./.Auftraggeber: Als Corporate Culture Coach hilft Ingo Hess vorwiegend IT-Unternehmen wie 1&1 Internet AG und xing.com eine zeitgemässe kreative Unternehmenskultur zu entwickeln und im Alltag zu etablieren. Dabei nutzt er seine Erfahrungen aus dem Sport-Coaching. Bis 2010 trainierte er für vier Jahre die Lacrosse-Bundesligamannschaft des Berliner Hockey Clubs. Designer und Auftraggeber werden auf dem TYPO Day von Ingo Hess lernen, wie sie gemeinsam die passende Kommunikationsstrategie für ihre Marke oder ihr Unternehmen finden.

Ivo Gabrowitsch
(fontfont.com) ist Marketingleiter der FontFont-Schriftbibliothek, wo er in den vergangenen 2 Jahren u. a. für die Entwicklung und Markteinführung von Webfonts verantwortlich war. Der Ingenieur der Druck- und Medientechnik studierte an der Beuth-Hochschule Berlin und arbeitete zuvor einige Jahre als Mediengestalter an verschiedenen Projekten im Print- und Non-Print-Bereich. Ivo Gabrowitsch veröffentlicht Artikel in internationalen Fachpublikationen und gründete 2006 den Berliner Typostammtisch. App-Fonts sind die neuen Webfonts: Kaum dass wir uns an Webfonts gewöhnt haben, steht bereits die nächste Herausforderung ins Haus: Fonts für Apps und mobile Endgeräte. Wie bei Webfonts, die in kürzester Zeit unerlässlich geworden sind, müssen auch hierbei technische und lizenzrechtliche Besonderheiten beachtet werden. Gabrowitschs Vortrag stellt Designern und Entwicklern neue mobile Font-Lösungen vor und beleuchtet die sichere Einbettung von Fonts in Apps.

Georg Seifert
(schriftgestaltung.de) ist eine schillernde Figur in der internationalen Type-Design-Szene. Er studierte an der Bauhaus-Universität in Weimar, wo er 2002 mit der Arbeit an seiner ersten Schriftfamilie begann. Zuletzt entwickelt er unter dem Namen Glyphs eine eigene Schriftgestaltungs-Software, die seit kurzen im Mac App Store erhältlich ist.
Jens Kutilek
(fontfont.com) studierte Kommunikationsdesign in Braunschweig, gründete nach dem Studium mit zwei Freunden das Webdesign-Büro Netzallee und arbeitet seit 2007 in der Font-Technik-Abteilung bei FSI FontShop International. Das am häufigsten besuchte Highlight der Netzallee-Website ist Comic Jens, eine kostenlose Alternative zur weit verbreiteten Comic Sans. Schrift-Design und -Mastering am Beispiel von Azuro: Die vierschnittige Schrift Azuro wurde von Georg Seifert entworfen und von Jens Kutilek gemastert. Azuro ist wahrscheinlich die erste Schriftfamilie, deren Bildschirmverhalten bereits in der Entwurfsphase unter Windows, Mac-OS und Apple iOS unermüdlich getestet wurde, einschließlich Rückwirkung auf den Designprozess. Daher ist Azuro am Bildschirm und auf Papier in hohem Maße leserlich. Den Besuchern des TYPO Day werden Seifert und Kutilek darlegen, welche Qualitätskriterien professionelle Designer und Auftraggeber bei einer Hausschrift anlegen müssen.

Indra Kupferschmid
studierte Visuelle Kommunikation an der Bauhaus-Universität Weimar und machte Ihren Abschluss bei dem niederländischen Schriftgestalter Fred Smeijers. Seit 1997 unterrichtet sie Typografie an verschiedenen deutschen Hochschulen (seit 2006 als Professorin an der HBKsaar), und hält Vorträge wie auch Workshops im In- und Ausland. Kupferschmids berufliche Leidenschaft ist die Schriftklassifikation, wobei ihr Know-how für Produkte (FontBook-App) und in Ausschüssen (DIN) geschätzt wird. Schriften vergleichen und kombinieren: Ab 2012 wird Indra Kupferschmid auf dem TYPO Day ihre Strategien und Erfahrungen zum Kombinieren von Schriften mit den Besuchern teilen. Dabei geht es sowohl um »harte Kriterien«, wie die richtige Schrift für den richtigen Zweck, als auch um feinsinnige Entscheidungen wie das Kombinieren von zueinander passenden Texte- und Headline-Schriften.

Johannes Erler
(TYPO Day 2012 Hamburg), mit Factor Design wurde Johannes Erler zu einem der einflussreichsten Corporate-Designer im Land. Auftraggebern wie Süddeutscher Verlag, Staatsschauspiel Dresden, Deutsches Theater Berlin oder PFM Medical AG verlieh er neuen Glanz, aber auch Zeitungen und Zeitschriften. Seit Januar 2012 ist Erler Art-Direktor des Magazins Stern … neue Herausforderung, neue Erkenntnisse, viel zu erzählen …

Jürgen Siebert
(Moderator, fontblog.de) ist seit einem Jahr Vorstand der FontShop AG und dort seit 20 Jahren für das Marketing verantwortlich. Siebert studierte Physik in Frankfurt, war mehrere Jahre als Wissenschaftsjournalist tätig, bevor der 1986 das Magazin PAGE mitgründete und 5 Jahre als Chefredakteur leitete (bis 1991). Er ist seit 1992 Mitglied im FontFont Typeboard, Mitherausgeber des FontBook und leitete zuletzt die Entwicklung der FontBook-App für das iPad; seit 1996 Programmdirektor der TYPO Berlin, seit 2011 Creative Morning Berlin und TYPO Day.