Foto © Gerhard Kassner

Emil Schult: Die kosmische Komponente und guter Rat

18. Mai 2014

Sie ist ein Model und sie sieht gut aus – wer kennt das Lied nicht? Moderatorin Simone Wolf intoniert es kurz, um Emil Schult vorzustellen. Der Beuys-Schüler hat mit Kraftwerk zusammengearbeitet und auch sonst spannende Sachen gemacht.

Emil Schult: Die kosmische Komponente und guter Rat

Foto © Gerhard Kassner

Sie ist ein Model und sie sieht gut aus – wer kennt das Lied nicht? Moderatorin Simone Wolf intoniert es kurz, um Emil Schult vorzustellen. Der Beuys-Schüler hat mit Kraftwerk zusammengearbeitet und auch sonst spannende Sachen gemacht.

Synthetische Klänge sind für ihn „der Knackpunkt der Musik“, sagt Schult, bedankt sich bei Jürgen Siebert und Franziska Parschau für die Einladung und möchte nun den Bogen für uns spannen von 1947 – seinem Geburtsjahr – bis heute.

Die elektronische Musik und die Kunst haben in der Zeit vom Nachkrieg bis heute eine Tür in eine neue Welt geöffnet, so Schult, durch die wir „vielleicht eine Chance für die Zukunft haben“, und, da ist er optimistisch, „das sieht sehr gut aus“. Das sei wie eine Wurzel, eine „Root“ oder ein Samenkorn, das sich 3D-mäßig entwickelt habe. Eine weitere von Schults Wurzeln liegt bei seinem Lehrer Joseph Beuys und dessen Begriff von der sozialen Plastik: Damit sei nicht die Skulptur vor dem SPD-Gebäude gemeint, sondern die Beziehung zwischen Menschen, und zwar nicht bilateral, sondern multilateral gedacht. Soweit die Kurzvorstellung.

Die kosmische Komponente

Emil Schult verknüpft in seinem Denken und in seiner künstlerischen Arbeit die Bereiche Kunst, Musik, Technik, Wissenschaft, Politik, Religion – „und eine ganz wichtige Sache noch, eine kosmische Komponente“, auf die er im Vorlauf seines Vortrags noch ein paar Mal eingehen werde.

Er hat seine grafische Arbeit der letzten 50 Jahre durchgeschaut und einiges auch an „Typologie“ gemacht, wie er witzigerweise sagt, statt Typografie – und beides passt. Das könnte natürlich nicht „mit den Mainstream-Sachen, die wir hier gesehen haben, mithalten“.

Spätestens da hat Schult, Senior-Dandy von hagerer Gestalt und höflichem Gestus, das Publikum voll auf seiner Seite.

Solidität und Handwerk

Immer wieder nimmt er Bezug auf Menschen und Arbeiten, die er hier auf der TYPO gesehen hat. Der Vortrag/Film von Gerrit Noordzij hat ihm sehr gefallen. Da möchte er weitermachen, „mit dieser Einfachheit“ und dem Handwerk. Das habe er auch gesehen „bei den jungen Leuten“ – bei den Studierenden der Burg Giebichenstein beispielsweise, da müsse man sich gar keine Sorgen machen, da sei „eine Solidität“, und „auch noch ein bisschen Handwerk, das lohnt sich!“

Künstler werden ja oft als „Kritiker der Wahrheit” wahrgenommen, „ich werde versuchen das zu erklären“. Er versuche. immer eine Ethik mit einzuschließen: „Ethik bedeutet für mich“, und hier hätten wir wieder den Bezug zum Konferenzthema, „verwurzelt zu sein mit allen Dingen, mit der Welt, den Menschen, den Tieren, der Landschaft“.

in Emil Schults Geburtsjahr 1947 wird in llinois der erste Transistor erfunden. Von hier aus sieht er Beeinflussungspunkte bis heute und hat das malerisch sowohl ergründet als auch begründet. Die äußeren Ästhetiken waren nicht unbedingt immer von Schönheit geprägt: „In der Zeit, wo ich aufgewachsen bin, waren wir mit diesen Dingen hier belastet, Sütterlinschrift und der dunklen Seite der Geschichte.“ Zum Glück war sein Vater Zeichner und es gab für den jungen Schult und seine künstlerischen Neigungen zumindest Buchstabenschablonen: „Wir waren arm in der Nachkriegszeit, aber sehr kreativ, und haben sehr viel gebastelt“. Mit 10, 12 Jahren hat er „in einem Kursus“ Transistorradios gebaut. Er zeigt uns Werbeanzeigen zum Beispiel für einen Transistor von 1960, „schauen Sie mal, wie humorlos das dargestellt ist“. Er verdeutlicht, was ihn erschüttert: „Hier wird das Hören und das Sehen beworben. Das sind die beiden großen Metasprachen der Erde, die alle Menschen verstehen“. Diese weiterzubringen sei natürlich Aufgabe der Kunst und der Musik.

Futurama

Schult hatte weiterhin Glück. In den 60ern konnte er ein Jahr in Amerika verbringen. Er saugt alles auf an visuellen Einflüssen: Werbung in 3D, die Ziffern auf Kreditkarten (bis heute gleich), die Weltausstellung 1964 in New York, die mit „Futurama“ Bezug nimmt auf  den General-Motors-Pavillon der Weltausstellung 1939 in New York, der zeigte, wie man sich die Welt der Zukunft vorstellte. Zum ersten Mal kamen elektronische Musik und Zukunftsszenarien zusammen, lebhaft imaginiert und illustriert: utopische Stadtlandschaften, futuristische Szenarien, fliegende Autos. Na ja, „es kam dann doch ein bisschen anders“, kommentiert Schult trocken. Doch in den 60ern hatte der Komponist Raymond Scott einen riesigen Atelierraum voller Elektronik („das hat heute jeder auf dem iPAD“), von General Motors bezahlt. Die ganze Weltausstellung war laut Schult „eine total optimistisch über-designte Angelegenheit, es war nicht ein Funken Ökologie da drin“. Ihm jedenfalls „wurde langsam klar, dass die elektronische Musik das Vehikel der Science Fiction, des Kosmischen war“.

Tempel und Computer-Chips

Der utopistische Optimismus hat Schults künstlerischen Werdegang geprägt. Seine Zeichnungen von Transistor-Platinen, kristallin und symmetrisch, erinnern an Grundrisse von Tempeln oder Schneeflockenstrukturen, an die symmetrischen Bilder in Kaleidoskopen, chinesische Piktogramme oder „das Knochengerüst einer Schildkröte“. Er beschäftigt sich seit einer Weile damit, die Geschichte der Mikroelektronik festzuhalten in einer Serie von Gemälden. Diese Hinterglasmalerei auch mit Gold und Silber erlaubt ihm eine besondere, präzise Arbeit. Schult zeigt darin auf, dass wir eine kollektive Ikonografie in uns tragen: „Davon kann der Mensch sich nicht lösen“. Deshalb sehen Computer-Chips aus wie die Grundrisse antiker Tempelanlagen.

Aufgabe des Künstlers

Was also sei die Aufgabe des Künstlers? Publikumsfrage: „Der Bäcker macht Brot, der Schornsteinfeger macht den Schornstein sauber, und der Künstler macht was?“ Der Künstler beschäftigt sich mit der Sehweise der Menschen. „Und jetzt überlegen Sie mal: Wie oft schauen Sie auf Ihr Handy, Ihren Computer, in den Fernseher, andere Bildschirme, Schaufenster?“ Immer ist man dabei von den begehrten Objekten, von dem, man was man betrachtet, durch einer Glasscheibe getrennt. „Wir müssen es einfach mal wahrnehmen und uns auch darin zurechtfinden.“ Hier liegt offenbar ein Bezug für ihn und seine Hinterglasmalerei.

Natürlich erinnert sich Schult auch daran, „als zum ersten Mal Buchstaben auf den Bildschirmen erschienen, diese kleinen grünen, auf Schwarz, und es war grausam“. Kurz weiter in seiner Historie: Er hat sich für Chinesisch eingeschrieben, Pinselschrift, wie man auf Übungsblättern sieht. Er hat sich damit auseinandergesetzt, dass „leider“ 1968 in Vietnam Krieg war. „Mein Temperament ist auch mit mir durchgegangen, es ist jedenfalls furchtbar entgleist; das Ergebnis war, ich musste die Akademie Münster verlassen und endete an der Akademie Düsseldorf“. Nicht der schlechteste Tausch, wie sich weisen sollte.

Im Bannkreis von Beuys

In Düsseldorf kommt Schult mit dem Grafikkünstler Dieter Roth zusammen und „da lief natürlich auch Beuys herum“. Der fragte irgendwann: „Emil, wann wirst du endlich Professor? Ich habe mich in seinen Bannkreis begeben. Beuys zeichnete sich dadurch aus, dass er eigentlich jünger war als seine Studenten. Und eine ganz große Liebe für die Welt und für die Menschen hatte.“

Das Selbstverständnis, das ihn prägte: Der Künstler solle das Ungesehene sichtbar machen, das Ungehörte hörbar machen. Schult hat „gezeichnet und gezeichnet und gezeichnet“. Großartiger Buchtitel von 1969: „Keiner kann den aufhalten der verschwindet“. Er hat ein Rollerskateboard entworfen „als was Kommerzielles, na ja, immerhin“. Er hat sich die Freiheit genommen, ein Zeichen so zu verändern, dass es eine Fülle von Formen annimmt, er hat untersucht, wann ein Bild zur Schrift und Schrift zu einem Bild wird („Können Sie das nachvollziehen?“) … Jüngere Vertreter solcher Arbeitsweisen sind zum Beispiel Thomas und Martin Poschauko („Die Wahrnehmungsmaschinen“).

Wir sehen ein Schriftbild mit den Wörtern Sex, LSD, Religion, wild verschnörkelt in Rot: „Das macht heute keiner mehr“. Dann kam, wie passend, der „Magic Marker“ auf. „Das war ein Werkzeug, da konnte man nicht nein sagen“ – ebensowenig 1972, als er mit den Gründern der Gruppe Kraftwerk zusammentraf.

Kurz noch mal zu den Chinesen und seiner Begeisterung für deren Kunst, „s0 wie die das gemacht haben, mit Seide, Porzellan usw., die sind ja jetzt auch ganz weit vorne. Da steht uns weiteres in Haus und ich freue mich darauf“. Wir müssten keine Angst haben. Auch wenn die Menschheit sich alle paar Jahre verdoppelt. „Die machen das wunderbar, mit den kleinen Geräten, die sie haben. Das heißt nur, dass wir teilen müssen — das ist ein wichtiges Wort,“ wie wir später noch sehen werden, „dann kommt es darauf an, ob ich teilen, mit-teilen kann oder nicht.“

1972 also Kraftwerk

„Die liebten meine Art, Dinge darzustellen – und die hatten die Musik, die in meinem Kopf war.“ Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Die Ergebnisse sind bekannt. Emil Schult konstatiert, „dass die Ernsthaftigkeit und die Reduziertheit unserer Arbeit so weit gekommen ist“, dass das Gesamtkunstwerk Kraftwerk in großen Museen und Theatern ausgestellt und weitergereicht wird. Er zeigt sich „froh und dankbar“ dafür, ein Teil davon zu sein. Das legendäre Albumcover zu „Autobahn“ von Kraftwerk hat er mit Letraset gestaltet (für die Nachgeborenen: Letraset sind Rubbelbuchstaben aus Klebefolie – damals Kult).

Interface Age, early stage

Schult zeigt Titelseiten damaliger Elektronik-Fachzeitschriften: „Computer Music Journal“ (1976), „Interface Age“ (1978), und „dann ging das los mit den Druckern, schauen Sie sich mal die Reklame an“ (Anzeige aus den späten 70ern). Das mutet uns heute prähistorisch an und ja, das war es: das beginnende elektronische Zeitalter. Schult zeigt die Vorstufe dazu, dass wir heute Tausende von Songs auf dem iPod haben. Er war in vorderster Reihe dabei. 1979 haben im Zentrum für Künstliche Intelligenz in Stanford in einem Raum „so groß wie die Bühne hier sechs Männer programmiert“, um einen einzigen elektronischen Ton zu erzeugen. Der Yamaha Synthesizer und später der Apple Computer begannen, die Welt zu überschwemmen. Heute kann man fragen: „Gibt es noch Dinge, die nicht digitalisiert sind? Gibt es noch Räume, die chipfrei sind?“ Das sei alles so selbstverständlich, dass niemand weiß, wie zum Beispiel der Erfinder des LED heißt – „ich werd’s gleich verraten“.

Ethik und Ästhetik

Erst noch ein wichtiger Punkt: „Kann man die Wahrheit digitalisieren?“ Der Künstler ist erneut gefragt in seiner Funktion als Kritiker der Wahrheit. Massenprodukte sind schön und hier teilt sich die Funktion des Designers: „im Sinne von Dinge gestalten und im Sinne von einen Lehrauftrag haben“. Schult mag den Spruch „kennst du eins, kennst du keins“, und ob jemand Werner Eisslinger kenne? „Er nimmt einfach Sachen und baut da neue Sachen draus“.

In den 90er Jahren „kam die Philosophie dahinter“ und er arbeitet für die Gruppe („Gruppe“, nicht „Band“) LFO aus England, Loops from Outerspace hießen die und er macht das Logo, sowie auch das der Logo Klimakonferenz in Berlin 1995. Parallel hat er sich der (wie man heute sagen würde) Plattform Eurosolar in Bonn angeschlossen, die seit 20 Jahren daran arbeiten, „Solarenergie unter die Menschen zu bekommen“, und nach früherer Ablehnung auf breiter Front sich nun vor Politikeranfragen nicht retten können. Schult hat eine Botschaft an Frau Merkel: „Es gibt kein Endlager“. Er ist von ihr enttäuscht, „weil sie Physikerin ist“ und wissen sollte, „im Kosmos gibt es keinen Ruhepunkt“. Wie solle ein Emblem aussehen, dass Menschen in 20.000 Jahren warnt, dass hier unsichtbare todbringende Strahlen lauern?

Einen festen Stand einnehmen

Sein Fazit: „Wir müssen einen ganz festen Stand nehmen und uns gegen diese Sachen wehren. Das ist Design des Todes. Wenn wir nicht in der Lage sind, unsere Ethik aufrechtzuerhalten, werden wir nicht weiterleben“. Deshalb ist Schult froh „auch über Vegetarismus und veganes Leben. Ich denke, das ist eine gute Richtung“.

Und übrigens war es Nick Holonyak, der das LED erfunden hat. Und Holonyak war ein Schüler des Erfinders des Transistors. 2010 wurde Emil Schult eingeladen nach USA, um 50 Jahre LED zu feiern, und durfte Nick Holonyak treffen. Er zeigt ein Foto des alten Herrn mit einer kleinen Dose, darin „das erste LSD“ – Publikum lacht schallend los – „nein, LED natürlich!“ Jedenfalls sei Nick jetzt 80 Jahre alt und ein „so wunderbarer Mensch, dass ich mich jedes Mal freue, wenn ich ihn sehe.“ Und dann waren da noch andere Gelehrte, zum Beispiel ein Professor aus England, der sprach über Quantencomputer und wie schnell sich das Wissen der Menschen verdoppelt.

„Das ist eigentlich so im Großen und Ganzen, was ich sagen wollte,“ sagt Emil Schult.

„Ich hatte schon viel vorweggenommen, aber eines möchte ich noch mal sagen. Die Essenz dieser ganzen Sache und unserer Arbeit ist: mitzuteilen und zu teilen.“

Was für ein wunderbares Schlusswort – und Leitmotiv. Für diese ganze Sache.

Sonja Knecht ist Director Text bei Edenspiekermann.

PS

Mehr über sein Leben und Wirken erfahren Sie auf Emil Schults Website, im Sprecher-Porträt der TYPO Berlin und auf Wikipedia.

 

Foto © Sebastian Weiß

Deanna Paquette, Philippe Intraligi: The power of in-house design teams

18. Mai 2014

All the way from Brooklyn, Deanna Paquette, Digital Director, and Philippe Intraligi, Creative Director at Shutterstock, shared insights about working as in-house designers in such a big organisation.

Deanna Paquette, Philippe Intraligi: The power of in-house design teams

Foto © Sebastian Weiß

All the way from Brooklyn, Deanna Paquette, Digital Director, and Philippe Intraligi, Creative Director at Shutterstock, shared insights about working as in-house designers in such a big organisation.
Their talk revolved around 3 pillars, “know your people”, “know your assets”, “know your community” during which they illustrated how creativity can actually fit in an industry that is perceived as boring and non-challenging.

1. Know your people
One advantage of working as an in-house professional is having quick and easy access to the whole organisation, as everyone is working in the same physical space and an answer is just one question to the desk across the room away. In such a close collaboration environment, the designers are enabled to beta test their products and provide direct feedback to the developers.

2. Know your assets
My personal favourite part of the talk, as many interesting side projects were presented along with background story on how and why they created them. One of them was Spectrum, a tool to search for images based on their overall colour feel, while in Offset, photographs are curated by award-winning photographers and offered to the public with simplified pricing and licensing with global usage rights.
After that there was time for some video action as we got to see one of their latest 20” advertisements featuring animals and a beatboxing music soundtrack (who doesn’t love this combination?). Next in the movie reel was a moving clip featuring stories from Shutterstock contributors from around the world, in a competition to vote for the best.
Other things that they shared were the annual design trends infographic, an arguably creative and useful way to use the countless search data they receive through their platform. Collaborations with third parties were not uncommon, as they provided free images for the Creative Mornings presentations in Metahaus, Berlin.
The last showcase was their blog, an until then neglected asset, which was given the needed love with a redesign and a content refresh, making it grow so large that it now features 5 copywriters in different languages in the world.

3. Know your community
One danger working in this industry is to get easily bored by doing the same things, so cultivating culture by either staying up to date with the world’s latest news or holding events within the community are crucial parts of staying creatively fresh.
Morning talks, like those attended by the famous Swissmiss or weekly get-togethers within design teams are useful events to bring people together. Hackathons, also, provide a nice platform for creating interesting projects — I’m curious, though, to learn which was the project to beat the Google Glass implementation of design tutorials in their latest hackathon.
Finally, Pixels of Fury, an event that was also held later in the same night in Berlin, seemed very interesting: 6 designers competing against each other to design something in 20 minutes in front of an audience with DJs and drinks.
Something like ADC awards, but for college.

Text: Spiros Martzoukos

photo © Sebastian Weiß

Vitaly Friedman: Real-life responsive web design

18. Mai 2014

In one of the most entertaining talks of the Thursday evening, Vitaly Friedman, the colourful personality behind Smashing Magazine, gave a talk about club entrance rejection stories, ASCII art, teletext, scrum process and web performance. Oh, and he threw orange fluffy balls to the audience. Orange fluffy balls are always an indicator of a good talk.

Vitaly Friedman: Real-life responsive web design

photo © Sebastian Weiß

In one of the most entertaining talks of the Thursday evening, Vitaly Friedman, the colourful personality behind Smashing Magazine, gave a talk about club entrance rejection stories, ASCII art, teletext, scrum process and web performance. Oh, and he threw orange fluffy balls to the audience. Orange fluffy balls are always an indicator of a good talk.

As the context of the conference was about typography, there was no better way to start a presentation about the digital and typography intersection than showing pieces of ASCII art with examples from so early as the 40s. Decades later, the experience from these illustrations would transfer to the TV screen with BBC’s introduction of teletext, a digital TV guide compiled of ASCII art on steroids. A question directed to the audience “who designed these complex pages?” drew a smile on their faces, as they empathised with these early heroes for the amount of labour they put, but also started to realise the underlying metaphor of switching medium contexts, from print to screen.

A transition with a lot of open challenges, the biggest of which is dealing with the vast array of available screen sizes. “We need a responsive system for that” said Vitaly and quickly jumped into listing available methods of building this system. Brad Frosts’s ever-present Atomic Design methodology, living style guide tools and the modern front end developer’s mantra “create a tiny bootstrap for every project” marched through the big projection.

Of course, these are tools and as with every craft, tools on their own mean nothing if they’re not deployed in the appropriate process. So, as with many other talks in TYPO, the Scrum methodology principles of putting interdisciplinary teams working together on an incremental part of the project, made their appearance in these slides too. A slide of a typical waterfall process of a designer handing designs to a front end developer, handing work to a back end developer, handing work to an editor, accompanied by the rhetorical question “where does responsive design fit in all this?” illustrated the point that the process of creating a digital product requires involvement of more than one principles at the same time.

A little more technical slides followed, like creating smarter urls and taking care of performance issues in mobile, before my and, possibly most of the audience’s favourite part came. In this, to emphasise the importance of performance tweaking, Vitaly made an experiment of how much it would cost him to download an assets-heavy website, in a foreign country, using a mobile carrier’s roaming charges. A (maybe not) surprising example of vogue.co.uk leading to a 93€ charge in megabytes and data fees raised some laughs, but also concerns from a lot of the front end developers among the crowd.

As with every self respected responsive presentation, the Guardian website was referenced as a great example of a mobile-first website (it is!), from their stealth mobile relaunch strategy to lazy loading their assets to give priority to content. Some impressive performance benchmarks followed, but despite the talker’s double attempts to draw the needed awe sounds from the crowd most of them stared at the stacked books in front of him, probably wondering if they would be thrown upon them too.

As the long talk was way overdue, the closing slide picturing the Voyager Golden Record was a bit rushed through, however the metaphor of creating performant, sustainable websites that would last five or ten years (which equal to an eternity in web years) was clear, understandable and to the point.

Text: Spiros Martzoukos

photo © Sebastian Weiß

photo © Sebastian Weiß

TypeCookers: Sketching Session

18. Mai 2014

Typecooks van Blokland and van der Laan fried and roasted the recipes sketched by TYPO guests during the conference.

TypeCookers: Sketching Session

photo © Sebastian Weiß

Typecooks Erik van Blokland and Paul van der Laan fried and roasted the recipes sketched by TYPO guests during the conference.

Foto © Sebastian Weiß

Andreas Frohloff: Cancellaresca – Wurzel unserer Schreibschrift

18. Mai 2014

Seit Jahren der Renner unter den TYPO-Workshops: die Kalligrafie-Workshops mit Andreas Fronoff, dem Leiter des Type Department bei FontShop International. Diesmal: Einführung in das Schreiben einer Breitfeder-Kursiv nach den Schreibmusterblättern von Axel Bertram.

Andreas Frohloff: Cancellaresca – Wurzel unserer Schreibschrift

Foto © Sebastian Weiß

Seit Jahren der Renner unter den TYPO-Workshops: die Kalligrafie-Workshops mit Andreas Frohloff, dem Leiter des Type Department bei FontShop International. Diesmal: Einführung in das Schreiben einer Breitfeder-Kursiv nach den Schreibmusterblättern von Axel Bertram.

Foto © Sebastian Weiß

Foto © Sebastian Weiß

Foto © Sebastian Weiß

Foto © Sebastian Weiß

Foto © Sebastian Weiß

LANGESOMMER: Hebräische Kalligrafie

18. Mai 2014

Das hebräische Alef-bet ist das Alphabet des antiken und modernen Hebräisch und eines der ältesten noch verwendeten. In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Berlin gab der Workshop von LANGESOMMER Einblicke in die hebräische Kalligrafie und Schrift.

LANGESOMMER: Hebräische Kalligrafie

Foto © Sebastian Weiß

Das hebräische Alef-bet ist das Alphabet des antiken und modernen Hebräisch und eines der ältesten noch verwendeten. In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Berlin gab der Workshop von LANGESOMMER Einblicke in die hebräische Kalligrafie und Schrift. Gemeinsam mit Amichai Green vom Jüdischen Museum, lernten die TeilnehmerInnen, hebräische Buchstaben mit einer Feder zu schreiben und damit Duktus und Schönheit der hebräischen Kalligrafie kennenzulernen.

Foto © Sebastian Weiß

Foto © Sebastian Weiß

Boris Brumnjak: (Typografische) Schwarz-Weiß-Plakate

18. Mai 2014

Boris Brumnjak sammelt seit 15 Jahren leidenschaftlich gerne Schwarz-weiss-Plakate – hat er sich in eines verliebt, tut er alles dafür um es in seine Sammlung aufzunehmen.

Boris Brumnjak: (Typografische) Schwarz-Weiß-Plakate

Foto © Sebastian Weiß

Boris Brumnjak sammelt seit 15 Jahren leidenschaftlich gerne Schwarz-weiss-Plakate – hat er sich in eines verliebt, tut er alles dafür um es in seine Sammlung aufzunehmen. Das ist nicht immer leicht, erst einmal muss er den Gestalter ausfindig machen oder jemanden finden, der das Plakat besitzt. Für seine Sammlung nimmt er nur Plakate auf, die ihm zu 100% gefallen – ein Jein gibt es nicht. 1/3 seiner Arbeit ist die Recherche der Plakate, wobei der Zufall eine große Rolle spielt. Ob im Alltag, auf Ausstellungsbesuchen, an Flughäfen – das nächste Objekt seiner Begierde könnte hinter jeder Ecke lauern. Im nächsten Schritt erhält der Gestalter oder Besitzer des Plakates einen persönlichen handschriftlich geschribenen Brief mit einer selbstangefertigten Skizze des Plakats.

Bekommt er auf diese Anfrage eine Antwort, macht er sich auf die Reise, denn er scheut keine Kilometer, um den Gestalter auch persönlich kennenzulernen. Denn so erfährt er Dinge, die man nicht in Büchern nachlesen kann. Eines seiner schönsten Erlebnisse sei der Besuch bei Hans Rudolf Bosshard gewesen, der ihn in seine Bibliothek einlud.

Seine Sammlung wurde bereits in Luzern ausgestellt. Dazu hat er einen doch sehr ungwöhnlichen Ausstellungskatalog gestaltet – die Plakate sind nicht fotografisch abgelichtet worden sondern von ihm per Hand nachskizziert.

Christiana Teufel, slanted

Photo: © Gerhard Kassner

Fraser Muggeridge: New Rave Typography

18. Mai 2014

The first thing we see when designer and type experimentalist Fraser Muggeridge enters the stage is not himself, but his flashing yellow trousers he wears. It’s stated clear: This is going to be raavvvy!

Fraser Muggeridge: New Rave Typography

 

Photo: © Gerhard Kassner

The first thing we see when designer and type experimentalist Fraser Muggeridge enters the stage is not himself, but his flashing yellow trousers he wears. It’s stated clear: This is going to be raavvvy!

Move from Regular to Bold, not from Regular to Medium!

“Almost Boring” is the way Fraser Muggenridge describes his early work. Almost boring, that means: Very consistent, very formal, very clean—with only a minor detail that the whole typography relies on to be interesting.

“Almost boring“ Also means: Don’t go crazy. Fraser shows a couple of posters he designed and printed with a Letraset: It’s not the arrangement or variety of fonts used that make the layout interesting, but the imperfection of the printing itself.

Text As Image As Text: Letters are sculptures!

Over the years, this imperfection has become one of Fraser’s bigger passions. His experiments with typography, distortion and letter-bending ended up in a process of image-making: Strong concepts are accompanied by almost sculptured typography. It was not about designing letters anymore, but creating them through mistakes, algorithms and conceptual distortion. Making symbols, strange juxtapositions; moving on and away from Nearly Boring was what it was all about.

If we take a look at the aesthetics of the New Rave movement in pop culture—psychedelic visuals, neon colours, flashing lights and an anarchic energy—we are pretty close to Fraser’s recent projects. With his project “Mega Font”, he experimented with subtle typographic errors: Mixing letters from Times New Roman with Bookman, aligning a typeface by it’s x-height, generating a slight wonkiness which generally is invisible, but hurts the typographer’s eye: This is New Rave. “It’s all about the subtlety”, as Fraser sums it up. “Sometimes, fonts are just too perfect.”

That space before the comma is intentional!

His personal development is best described as “being really mono to being really lairy”. The mistakes you can find in Fraser’s designs all of sudden become incredibly charming, once you realized that breaking rules is fun: “New Rave means everything is possible. You are allowed to do whatever you want to do—It is very expressive.” The first slide he showed us in the beginning; a very tidy, very tame layout of a book page he created a couple of years ago, now compared to his more recent work: “Sooo ravvvy”.

See Fraser Muggeridge’s recent projects at pleasedonotbend.co.uk.

Text: Christoph Rauscher
@christowski

Foto © Sebastian Weiß

Gerrit Noordzij

17. Mai 2014

Gerrit Noordzij – legendärer Typograf, Schriftgestalter, Lehrer und Autor. Wer kennt seinen Namen nicht in der Typografie-Welt?

Gerrit Noordzij

Foto © Sebastian Weiß

Gerrit Noordzij – legendärer Typograf, Schriftgestalter, Lehrer und Autor. Wer kennt seinen Namen nicht in der Typografie-Welt? Zwischen 1960er bis 1990er Jahren lehrte er an der königlichen Akademie von der bildenden Künste in Den Haag. Sein Buch “»The Stroke« ist weltbekannt und immer noch beliebt. Seine Theorie der Schrift ist die Wurzel der heutigen Typografie.

Aus gesundheitlichen Gründen wurde hierfür ein Video-Inteview bei ihm aufgenommen und auf der TYPO gezeigt. Seine Antworten waren teilweise kritisch, ironisch und provokativ. Nach Video folgte eine Diskussion mit ehemaligen Studenten (Erik und Petr van Bockland, Albert-Jan Pool). Das Video wird bald mit dem englischen Untertitel veröffentlich – unbedingt anschauen!

かの欧文タイポグラフィー界の伝説的タイポグラファー・書体デザイナー・教授・著作家,ゲリット・ノールツァイ(Gerrit Noordzij).現在のタイポグラファーで彼の名を知らないものがいるのだろうか.現在のタイポグラフィー界で彼の影響下にないものなどあり得ない.デンハーグの王立アカデミータイプアンドメディアで1960年代から1990年代まで教えていた彼の理論は,今日世界中に散らばる有名なタイポグラファーたちのRootsであるといっても過言ではない.今回のタイポベルリンのテーマRootsという言葉がよく当てはまる人選である.
しかしそんな彼もかなりの歳のため,体の調子には勝てず,今回はビデオ撮影での参加となった。さすがにかつてのようにはいかず,ビデオの中でインタビューに答える姿はあまり明快・快調な口調ではないものの,あの伝説上の人物が直接しゃべる機会を見に多くの観客がビデオを見守った.
彼は自分の考えを説明するのに欧文書体の特徴,葦のペン先形状のもので文字を書く例を挙げ書かれた文字と描かれた文字の違いや,フェニキアを介してギリシャへ伝わったアルファベットの歴史を挙げ彼の理論を説明する.しかしながら,彼の説明することは時に難しく説明も概念的で,且つ口調もわかりづらい感じを受けた.話はさらに手書き文字から印刷文字へとつながりデジタルフォントにまで及ぶ.そして今日世界中で活躍する彼の教え子たちについてまで質問は及んだ.ときに批判的であり,攻撃的ですらある彼の意見は,皮肉とも挑発ともとれる.その物事を見る姿勢こそが彼の仕事をここまで高めた原動力でありRootsであるとも言えるかもしれない.インタビューでは,終始笑顔と真面目な顔を織り交ぜ,厳しい意見を言いながらもとても暖かみのある人物像が見受けられた.

ビデオ講演の後にはユルゲン・ジーベルト(Jürgen Siebert) の司会進行でノールツァイの元生徒であるアルバート・ジャン・プール(Albert-Jan Pool),ペトル・ファン・ブロックランド(Petr van Blokland) エリック・ファン・ブロックランド(Erik van Blokland)らを中心に当時を振り返る.彼らの一致した意見として,当時あまり何を言っているか理解してなかったという意見にまとまったが,正しくこの講演ビデオを見終わったあとの感想にふさわしい意見であった.

年齢的にも公の場に姿を現す機会がもうあまりない彼の講演は,とても貴重でありこの映像を見ることができとても感激したが,今後この講演ビデオに英語字幕をつけ公開する予定だそうなので,公開された際にはぜひ今回会場に来れなかった方々も鑑賞してほしい.

Text: Toshiya Izumo

Foto © Sebastian Weiß

 

CA-iPad1

Computer Arts: Special TYPO offer

17. Mai 2014

We hope you have all been following the TYPO Berlin coverage by Computer Arts. As our media partners, they where so kind to offer TYPO attendees the chance to try Computer Arts’ award-winning iPad edition for free.

Computer Arts: Special TYPO offer

We hope you have all been following the TYPO Berlin coverage by Computer Arts. As our media partners, they where so kind to offer TYPO attendees the chance to try Computer Arts’ award-winning iPad edition for free.

Computer Arts is the magazine for people who believe design matters, and has been inspiring and informing graphic designers and illustrators since 1995.

With both a deluxe print edition and a fully-interactive, bespoke iPad edition, CA brings you behind-the-scenes access to cutting-edge design projects, in-depth analysis and incisive opinions from the design world’s thought leaders, plus the very best new work from the global design community.

And TYPO Berlin attendees can download a FREE copy of its award-winning iPad edition, until 24th May. To claim your free issue, simply:

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  • Enjoy your free issue!

T&Cs: Voucher valid until 24/5/14. Voucher redeemable in respect of iPad/iPhone apps available on the App Store only. Use subject to our Terms and Conditions for in-app voucher codes. Offer is non-transferable. Not to be used in conjunction with any other offer. No cash value.