Alles in der Kategorie »Sprecher«

David Carson’s style

6 questions to … David Carson

14. April 2014

He is one of the most influential and one of the most controversial designers of our time – David Carson. He impressed a whole generation of graphic designers, his talks are well remembered … Of coures, his answers on our little Q&A are also very interesting … short and to the point!

6 questions to … David Carson

He is one of the most influential and at the same time one of the most controversial designers of our time – David Carson. He impressed a whole generation of graphic designers, his talks are well remembered … And of course, his answers on our little Q&A are also unique … short and to the point! We are looking foward to TYPO Berlin where he’ll serve us one hour of cool graphic design, surf images and things we have never seen before!

David Carson’s style

 

1. Roots is the topic of TYPO Berlin 2014. What comes to your mind, when you hear this theme?

Shoes that were popular in the 70′s in America.

2. Which design project was good and fundamental enough to trigger modern ideas and concepts?

RayGun magazine.

3. What relationship is there between your work and the TYPO theme?

None really. Though I have been doing this for 20+ years, so maybe I have some roots in design somewhere.

4. Which are the 3 projects you are particularly proud of, and why?

Beach culture magazine, Ted Grambeua 2014 calendar cover, the Nine Inch Nails projects. Recent work for British National Theatre and my new book! Is that 3?

 

Ted Grambeua 2014 calendar cover

 

The Architecture of Patterns
The Architecture of Patterns

 

5. Musts: What are, currently, your favourite books, exhibitions and artists?

Let me think…

6. Give us 3 (digital) tools you currently cannot do without.

iPad, 27inch Mac Pro.

 

David will be speaking about his latest work on Friday, 16 May 2014, 8:00 pm in the Hall.

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Exklusives Gerrit-Noordzij-Interview: Making-of

19. März 2014

Er ist der einflussreichste Typedesign-Lehrer unserer Zeit: Gerrit Noordzij (82). Von 1960 bis 1990 war er Professor für Schriftdesign an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in Den Haag, wo er bedeutende Schriftentwerfer direkt oder indirekt prägte. Wir haben Gerrit Noordzij früh als Sprecher für die TYPO Berlin eingeladen. »Das Thema Roots ist genau mein Ding«, schrieb er zurück, und sagte schon Ende letzten Jahres zu. Leider kam wenige Wochen später die Absage aus gesundheitlichen Gründen, er könne nicht reisen …

Exklusives Gerrit-Noordzij-Interview: Making-of

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Er ist der einflussreichste Typedesign-Lehrer unserer Zeit: Gerrit Noordzij (82). Von 1960 bis 1990 war er Professor für Schriftdesign an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in Den Haag, wo er bedeutende Schriftentwerfer direkt oder indirekt prägte, darunter Petr und Erik van Blokland, Jelle Bosma, Albert Jan Pool, Peter Verheul, Rudy Vanderlans, Just van Rossum, Albert Pinggera, Martin Wenzel, Frank Blokland, Luc(as) de Groot, Peter Matthias Noordzij, Hannes Famira und viele mehr. Auch die Werke der jüngsten Typedesign-Generation basieren auf den Theorien von Noordzij, zum Beispiel bei Ján Filípek, Martina Flor, Frank Grießhammer, Slávka Pauliková, Yanone und Alexander Roth.

Wir haben Gerrit Noordzij früh als Sprecher für die TYPO Berlin eingeladen. »Das Thema Roots ist genau mein Ding«, schrieb er zurück, und sagte schon Ende letzten Jahres zu. Leider kam wenige Wochen später die Absage aus gesundheitlichen Gründen, er könne nicht reisen. Doch die TYPO-Programmdirektion wollte auf seinen Vortrag nicht verzichten. Also vereinbarten wir einen Besuch bei ihm zu Hause, um seine Gedanken auf Video festzuhalten und im Mai dem TYPO-Publikum zu präsentieren. Wir sollten eine Wandtafel mitbringen und ein paar gute Fragen. Gesagt, getan … am gestrigen Dienstag war es dann soweit.

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Wir trafen uns gegen 10:00 Uhr morgens in Gerrit Noordzijs Atelier, untergebracht im Erdgeschoss seines Wohnhauses, das in einem kleinen Örtchen 4 km südlich von Zwolle liegt, an der IJssel. Wir, das sind Erik van Blokland (ein Schüler Noordzijs), der Videograf Marten Toner (sein Vater: ein Schüler von Noordzij) und der Autor dieses Beitrags – kein Schüler von Noordzij, erste persönliche Begegnung. Der Schriftgelehrte empfing uns gut gelaunt und führte uns sogleich in sein Büro. Seine Frau brachte Kaffee und leckeren Käsekuchen. Wir bauten das Video-Equipment auf und installierten anschließend die Tafel.

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Prof. Gerrit Noordzij (links) und sein Schüler und Nachfolger an der Königlichen Akademie, Prof. Erik van Blokland

Ich hatte mir zum Warmwerden ein paar Fragen aufgeschrieben, die wir in Form eines Interviews durchgehen und aufzeichnen. Die Antworten überraschen mich, weil sie ausnahmslos in eine andere Richtung gehen, als ich erwartete. Zwischendurch greift Noordzij immer wieder zu Büchern, aus denen er Abbildungen zeigt, Zitate vorliest oder das Schriftbild unter die Lupe nimmt.

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Maarten Toner filmte mit einer 4K Blackmagic Production Camera, ausgestattet mit einem 90°-Sucher … mehr zum Equipment in seinem Blog

Wir führen das Gespräch in deutsch, was Noordzijs ausdrücklicher Wunsch ist. Er beherrscht die Sprache gut, muss aber nach einiger Zeit feststellen, dass die akute Neuralgie an seinem Vokabular zehrt. Manche Vokabeln fallen ihm erst beim zweiten Anlauf ein. Vielleicht liegt es auch an den Medikamenten: »Ich spüre jede der angegebenen Nebenwirkungen, nur die Hauptwirkung scheint nicht einzutreten«, wirft er mit einem Schmunzeln ein.

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Ich erlebe Gerrit Noordzij als humorvollen aber auch bestimmten Gesprächspartner. Seine Antworten kommen schnell. Zum Beispiel auf die bewusst provokant formulierte Frage, ob es es zu viele Schriftentwerfer gebe? Er schaut fast empör und entgegnet: »Nein … nein, nur müssen nicht alle versuchen, ihre Erzeugnisse auf den Markt zu schmeißen. Sie sollten erst mal eine innere Notwendigkeit verspüren. An meinen eigenen Schriften ist vieles zu bemängeln und auszusetzen. Aber sie hatten alle die Chance, meiner Unzufriedenheit zu begegnen. Bei jeder neuen Schrift war ich eine ganze Zeit lang zufrieden, und dachte mir ›Jetzt habe ich die Lösung‹. Ich habe mit Freude ein schönes Buch damit gesetzt, und dann noch eins … doch schon beim dritten Buch denke ich: ›Hier möchte doch etwas anders haben‹. Und schon entstand wieder eine neue Schrift. Aber ob wirklich andere nach einer solchen Schrift fragen auf dem Markt … das sind doch ziemlich wenige.«

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Wir sind begeistert von Noordzijs Kondition. Erst gegen Ende unseres fast 5-stündigen Besuchs zeigt er Konzentrationsschwächen, aber da hatten wir schon alles im Kasten, was ihm wichtig war. Zum Beispiel seine Interpretation von Roots, das Motto der TYPO Berlin. »Das Thema Wurzeln hat mich deshalb so angesprochen, weil es mich wieder an einen Briefwechsel mit Aaron Marcus erinnerte, dem damaligen Gast-Herausgeber von Visible Language, der vor 40 Jahre stattfand. Er arbeitete gerade an einem Themenheft mit dem Titel ›At the Edge of Meaning‹, in dem er untersuchte, wie weit man sich vom Kern einer Bedeutung entfernen kann, ohne unverständlich zu werden. Das war damals ein absolutes Avantgarde-Thema, und er war ein Führer der Bewegung. Er bat mich um einen Beitrag, und da habe ich ihm geschrieben, dass die Frage, wie weit man sich entfernen kann, nur sinnvoll sei, wenn man weiß, wovon man sich entfernt. Und so schlug ich ihm vor einen Beitrag zum Thema ›The Core of Meaning‹ zu schreiben, also das Herz der Bedeutung. Erst wenn man weiß, wo man herkommt, kann man sagen, wo man gerade ist. Wenn man diese beiden Positionen in dem geplanten Heft gegenüberstellt, könnte daraus eine interessante Diskussion werden. Er schrieb mir dann, das er sich darauf nicht einlassen möchte … und seitdem haben wir nichts mehr voneinander hören lassen. Aber die Frage hat mich immer beschäftigt, auch im Zusammenhang mit Schrift.« Worauf Noordzij an der Tafel seine Theorie über die Entstehung der lateinischen Schrift niederschreibt …

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Bei diesen Kostproben aus dem gestrigen Gespräch möchten wir es bewenden lassen. TYPO-Besucher, freut euch auf Freitag, den 16. Mai, wenn um 11:00 Uhr das Gerrit-Noordzij-Exklusivinterview-Video Premiere feiert. Noch ist nicht sicher, ob es danach zum Download im Netz landen wird. Gerrit Noordzij möchte das nicht … vielleicht können wir ihn noch überreden.
Fotos: Erik van Blokland (5), Jürgen Siebert (1), Standbild (1)

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Wurzeln durch Wissen: Vitaly Friedman

5. März 2014

Smashing Magazine ist eine sprudelnde Quelle von Antworten. Seit seiner Gründung 2006 gehört die Website zu Deutschlands besucherstärksten Portalen. Mit Nachrichten zu den Themen Webdesign und Webentwicklung erreicht die Know-how-Plattform eine ständig wachsende Gemeinschaft aus Designern, Programmierern und Herausgebern von Webseiten, Blogs, Apps und E-Commerce-Angeboten.

Wurzeln durch Wissen: Vitaly Friedman

Smashing Magazine ist eine sprudelnde Quelle von Antworten. Seit seiner Gründung 2006 gehört die Website zu Deutschlands besucherstärksten Portalen. Mit Nachrichten zu den Themen Webdesign und Webentwicklung erreicht die Know-how-Plattform eine ständig wachsende Gemeinschaft aus Designern, Programmierern und Herausgebern von Webseiten, Blogs, Apps und E-Commerce-Angeboten.

Seit der Gründung 2006 durch Sven Lennartz (vorher Dr. Web) und Vitaly Friedman, die die Internationalisierung des Gestaltungsprozesses vorhersahen, erscheinen die Beiträge in Englisch. Die Smashing-Themen schreiben anerkannte Experten und helfen den Lesern in den sich atemlos wandelnden Design- und Coding -Welten auf dem Stand des Wissens zu bleiben und Sicherheit zu gewinnen. 

Schriften und Satz begeisterten Vitaly bereits zu einer Zeit, als Webgestaltung aus dem Layouten von Tabellen bestand. Nach dem Umzug aus dem weissrussischen Minsk studierte Vitaly zunächst Informatik und Mathematik. Sechs Jahre als Freelance-Designer und Entwickler zündeten seine Leidenschaft für Typografie, Design und das Schreiben. Er ließ seine Erfahrungen in das Smashing-Projekt einfließen, das bereits drei Jahre nach seiner Gründung als privates Archiv, Gewinn abwarf.

Der Erfolg des Magazins und der daraus hervorgegangen eBook-Serie und Konferenzen, begründet sich in der geschickten Auswahl von Autoren. So schreiben anerkannte Font-Experten und TYPO Sprecher wie Tim Ahrens (A Closer Look At Font Rendering), Nadine Chahine (A Type Design Brief: What Is In It, And Why Does It Matter?) oder Dan Reynolds (How To Choose The Right Face For A Beautiful Body) in der Design-Rubrik Typograhy.

Auf der TYPO 2014 wird Vitaly Friedmann die Konferenzbesucher ermutigen sich der Herausforderung des Responsive Design zu stellen. Er gibt hochkarätige Tipps für Design und Code, zeigt Front-End-Tricks und hilft der Performance auf die Sprünge. Vitaly Friedmann spricht am Donnerstag, 15. Mai um 18:00 Uhr.

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Holm Friebe eröffnet TYPO Berlin 2014

14. Februar 2014

Sein Motto: Kein Büro, keine Angestellten, keine Pitches, kein Bullshit. Wahrhaftigkeit. Mit Sascha Lobo fand der studierte Volkswirt und Trendforscher 2006 den Begriff »Digitale Boheme« für eine Berliner Gruppe freischaffender Medienberufler der er selbst mit Sascha Lobo, Kathrin Passig und anderen Künstlerisch-Kreativen angehörte. Als Konstruktion für ein Leben jenseits der Festanstellung, lösten Friebe und Lobo mit ihrem [...]

Holm Friebe eröffnet TYPO Berlin 2014

Sein Motto: Kein Büro, keine Angestellten, keine Pitches, kein Bullshit. Wahrhaftigkeit. Mit Sascha Lobo fand der studierte Volkswirt und Trendforscher 2006 den Begriff »Digitale Boheme« für eine Berliner Gruppe freischaffender Medienberufler der er selbst mit Sascha Lobo, Kathrin Passig und anderen Künstlerisch-Kreativen angehörte. Als Konstruktion für ein Leben jenseits der Festanstellung, lösten Friebe und Lobo mit ihrem 2006 erschienen Buch »Wir nennen es Arbeit: Die digitale Boheme « eine breite mediale Debatte um neoliberale Gesellschaftentwürfe, die Krise der Angestelltenkultur und die freiberufliche Selbstverwirklichung aus.

Seit 2002 gehört Holm Friebe als Gründungsmitglied der Zentralen Intelligenz Agentur, einem Think Tank und Freelancer-Netzwerk an, das nicht für sondern mit Klienten an kreativen Formaten arbeitet und das sich viele Ansätze für Freiberufler-Kooperationen zum Vorbild nahm.

2008 legte Holm Friebe mit Brand-Eins-Autor Thomas Ramge nach: »Marke Eigenbau – Die Flucht der Massen vor der Massenproduktion« handelt von der Revolution des Selbermachens, der Renaissance der Manufakturen, dem Wandel von E-Commerce zum Social Commerce, zum Beispiel als Online-Shop für selbstgemachte Waren. Friebe zeigt, wie gute Produkte zu fairen Preisen von kleinen Anbietern neue Märkte eröffnen.

Sein Fazit: Die Massenproduktion trifft nicht mehr den Geschmack und die Bedürfnisse souveräner Kunden, die sich in der Rolle des Endverbrauchers immer unwohler fühlen: Sie wollen Herstellung und Aussehen von Produkten selbst mitbestimmen.

Seine aktuelles Buch »Die Stein-Strategie« widmet sich der Beständigkeit: Ruhe und Gelassenheit als Garanten eines langfristigen Überlebens und notwendiger Gegenpol zur ständigen Veränderung. Friebe zeigt wie Nicht-Handeln die mit Abstand erfolgreichste Strategie ausmacht: ob an der Börse, wo Warren Buffett Geld nicht durch hektisches Zocken, sondern durch kluges Warten verdient, in der Politik, wo Angela Merkel durch Aussitzen Kanzlerin bleibt, oder in der Kommunikation, wo Schweigen die mächtigste Waffe ist. Von Steinen lernen heißt siegen lernen!

Friebe, Jahrgang ‘72, lehrt als Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Studiengang „Style & Design“. Derzeit hält er auch eine Vertretungsprofessur für Designtheorie an der Kunsthochschule Kassel inne. Das NEON Magazin reihte ihn 2006 unter den »100 wichtigsten jungen Deutschen« ein.

Wie neue Kommunikationswege nutzen, um ihre individuellen Handlungsspielräume zu erweitern? Wie Wurzeln schlagen in einer Zeit in der sich die Kreativitbranche durch die totale Digitalisierung – vom Entwurf bis zur Produktion – enorm beschleunigt hat? Eröffnungsredner Holm Friebe wird berichten, welche neuen Wurzeln er in dieser Zeit des gesellschaftlichen und medialen Umbruchs ausgemacht hat (Foto: Gerhard Kassner).

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6 questions to … Julie K. Andersen & Stig Møller Hansen

3. Februar 2014

Julie K. Andersen and Stig Møller Hansen are both lecturer at the Danish School of Media and Journalism. Whereas Julie is all about tangible pieces crafted by hand in laborious techniques like knitting, crochetting and so forth, like the project she showed at TYPO 2013 (watch video), Stig as an interactive designer and coder sees code as a creative tool for the designer.

6 questions to … Julie K. Andersen & Stig Møller Hansen

Julie K. Andersen and Stig Møller Hansen are both lecturer at the Danish School of Media and Journalism. Whereas Julie is all about tangible pieces crafted by hand in laborious techniques like knitting, crochetting and so forth, like the project she showed at TYPO 2013 (watch video), Stig as an interactive designer and coder sees code as a creative tool for the designer. AT TYPO Berlin 2014 they’ll talk about their collaboration “Man vs. Machine” where it’s all about combining these two approaches to produce something new that has the qualities from each approach.

Read what goes on in Julie’s and Stig’s mind and look forward to their lecture in May. Don’t have a ticket yet? Book now

1. Roots is the topic of TYPO Berlin 2014. What comes to your mind, when you hear this theme?

Julie: Roots is where something comes from, a positive quality that explains all the knowledge and tradition that we carry with us. If you are “true to your roots” you live your life with integrity and you’re not ashamed of where you come from.

Stig: Honestly? My old Amiga 500. I grew up watching demos, dabbling in Deluxe Paint and writing BASIC programs that churned out visual output. I recall the time spent in front of my first computer as an endless row of “wow!” moments, marvelling at the things I could create. To me, “Roots” is about reconnecting with my youthful feeling of being awestruck and inspired by the possibilities that lie ahead of me.

2. Which design project was good and fundamental enough to trigger modern ideas and concepts?

Julie: I can’t help but feel this answer is a cliché, nevertheless it is the first thing that comes to mind: Sagmeister’s Aiga poster where he cut into his own skin. To me, that poster was the beginning of an era, doing tactile graphic design in a modern, provocative and uncompromising way. A lot of great work being produced today still reference that piece and it is somehow timeless and has aged well in comparison with other work from the same period.

Stig: I nominate the collected works of the late 80s early 90s demoscene. This tightly knit subculture inhabited by digitally inclined musicians, visual artists and programmers were driven by friendly rivalry and shared passion for creating digital experiences that pushed the envelope of the limited hardware. On a micro level only few demos have had lasting legacies, but on a macro level the demoscene had a profound impact on the visual aesthetics of their time and an entire generation of designers.

3. What relationship is there between your work and the TYPO theme?

Julie: I am, very literally, exploring my roots in my work. I come from a family where my grandmother produced everything from the clothes the family wore, to the cushions they sat on, by hand. Until two years ago I wasn’t able to use my hands for anything other than mouse clicking. But now I can knit, crochet, embroider, weave etc. and I try to find a way of using these techniques in a modern contrastful context.

Stig: When researching, be it for a paper, talk, lecture or workshop, I almost always revisit my professional roots. Browsing through the history of our craft, I am constantly amazed by the ingenuity and creativity of people who – unlike me living in times where computer cycles are available in abundance – had to think outside the box to make do with whatever little equipment they had access to. I consider ignoring my roots as stupid as drinking gasoline and swallowing matches. They are an invaluable resource for ideas and inspiration.

4. Which are the 3 projects you are particularly proud of, and why? (Visualized examples, if possible)

Julie: It’s a piece of cake :

This was an exam piece I did while at school. To this day I still love this project because it is a constant reminder to sometimes take the long route to a great solution, even under pressure. I didn’t HAVE to spend loads of time baking cakes in my kitchen but I WANTED to, because that was the best solution I could come up with.

Beaded Bitch – A piece from my exhibition where I threaded +32000 beads four times each. The whole exhibition was a treasured life lesson for me, I can do the most ridiculous time consuming projects without tiring. To me, time is just a commodity.

Ny Cirkus Festival – This project isn’t mine. It was made by one of my brilliant students Andreas Jarner who graduated this summer. It might be a bit nauseating to say, but my students would definitely fall into the category of projects I am proud of :-)

Stig:
1) “The Graphic Designer as Toolmaker” – my Master thesis. Along the transition from physical to digital workflow, graphic designers lost their ability to quickly whip up their own design tools. In my thesis I argue that modern graphic designers stand to gain SO much by acquiring a even basic knowledge of code and procedural thinking.
2) I am proud that I have had the chance to supplement my talks on the magnificence of code as a creative tool with hands-on workshops. The look on designers faces, once they realize exactly how much potential they’ve unlocked by typing a few lines of code, is my biggest reward.
3) Guess I should show you something I have made, but what to choose? Come on, it’s like having to choose which one of your children you love the most. You can’t. The solution: Write a program to decide for you. From a folder buried deep inside my hard drive, I give you: A (randomly chosen) glitchy self-portrait. Enjoy.

5. Musts: What are, currently, your favourite books, exhibitions and artists?

Julie:
Book: I finished my master dissertation on humour in graphic design this spring. One of the books I read was Rod Martin’s “The Psychology of Humour”. It is amazing how a book about humour can be so lacking in humour, but I was totally mesmerized by the fact that a book about the function of humour seen from a cognitive psychology perspective can make so much sense to my own field of graphic design. It was an extraordinary reminder that for the curious designer, inspiration can be found anywhere, even in cognitive psychology research.
Exhibition: I have a sick fascination with modern ceramic art, it is a field that I would love to explore myself. I lately saw some great pieces in the Body & Soul exhibition at the MAD in New York. It was a fabulous break for my creditcard. Try googling ceramic artists like Yvonne Lee Schultz, Jessica Harrison and Charles Krafft and if you don’t see the awesomeness of ceramics you wouldn’t know a good thing even it it was flashing in neon.
Artist: Ever since I discovered Irish artist Conor Harrington I’ve had a total art crush on him. His work is so full of contrast and it definitely epitomizes a theme like Roots too. He merges his own roots as a graffiti painter, with what you might call the roots of the art world and creates street art, renaissance style.

Stig:
Book: I have had several pleasant encounters with “The Nature of Code” by Daniel Shiffman: 1) Realizing it was a self-publishing project made possible through Kickstarter, 2) buying it and thereby donating money to the author and the Processing Foundation, 3) reading it, and 4) learning that the entire book had been recorded as bite size lectures and published on Vimeo. A true tour de force and highly recommendable (and no, I am not in any way affiliated with it).
Exhibition: Every visit to Creative Applications leaves me excited and inspired. And admission is absolutely free! Major downside: I don’t get to wear a flashy badge or protective slippers.
Artist: In line with the theme “Roots”, I suggest taking a look at The ReCode Project. A community-driven project that pays homage to the pioneers of computational art. I am delighted to see how artworks forgotten for decades now serve as a basis for teaching code in a visual context. Such a brilliant and sympathetic project!

6. Give us 3 (digital) tools you currently cannot do without.

Julie: Pinterest, Pinterest and Pinterest. It’s like candy, I know it isn’t good for me in large amounts, but I can’t help it!

Stig: Currently running on my laptop: Processing (for designing with code), Mou (for writing about designing with code), Keynote (for talking about designing with code). On top of that, tracks from the playlist “Music for Coding” are playing in the background. My wife says I’ve got a one-track mind. I just tell her it’s !true and to ask her to stop().

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Sarah Illenberger

27. November 2013

We are extremely happy to announce that Sarah Illenberger will be speaking at TYPO Berlin 2014!

Sarah Illenberger

 

For years we have been trying to invite Berlin based graphic artist Sarah Illenberger. Due to organizational difficulties she could never make it. Now we are extremely happy to announce that Sarah will be speaking at TYPO Berlin 2014!


© Sarah Illenberger

With a focus on analog craft and using everyday items, Sarah is renown for creating vivid, witty images that open up new perspectives on seemingly familiar subjects. Her ability to transform ordinary materials into complex and unexpected visual experiences has been utilized to develop concepts for clients from the fields of culture and business in several countries. In her aim to explore the fertile overlap between art and design, she’s collaborated with numerous photographers and artists, and filled exhibition spaces with self-initiated projects in Paris, Tokyo, and Berlin. (Text: Mary Scherpe)


© Sarah Illenberger

See Sarah Illenberger at TYPO Berlin 2014 and go to our website for an updated list of speakers. But be fast – early bird tickets are only available until end of December 2013.

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6 Fragen an … Fabian Hemmert

25. November 2013

Fabian Hemmert ist Design Researcher mit dem Schwerpunkt Interaktionen zwischen Mensch und Technologie. Hier findet ihr seine Antworten auf unseren Fragebogen zum Thema Roots und dem Bezug zu seiner Arbeit.

6 Fragen an … Fabian Hemmert

 

Fabian Hemmert ist Design Researcher mit dem Schwerpunkt Interaktionen zwischen Mensch und Technologie. Er ist PhD-Student am Research Lab der UdK Berlin. Vorher arbeitete er für Nintendo und Marvel.

 

1. Roots ist das diesjährige Thema der TYPO Berlin. Was fällt dir zu dem Thema ein?

Das Tempo, mit dem die Innovation heutzutage voranschreitet, mag uns dazu verleiten, die Technik in den Mittelpunkt zu stellen. Wir sollten allerdings nicht vergessen, dass es am Ende immer um uns Menschen geht.

2. Welche Designarbeit ist in deinen Augen so gut und grundlegend gewesen, dass sie Ausgangsbasis für moderne Überlegungen war?

Die „Marble Answering Machine“ von Durrell Bishop aus dem Jahr 1992. Es handelt sich dabei um einen Anrufbeantworter, der für jede Nachricht, die auf ihm hinterlassen wird, eine Murmel auswirft. Die Murmel fungiert dann als physische Repräsentation der Nachricht – man sieht sofort, wieviele neue Nachrichten man hat, kann sie aufbewahren, weitergeben, oder aber löschen (letzteres geschieht durch zurücklegen der Murmel in den “Murmeltank” des Geräts). Bishops Erfindung wird heute als der Ursprung des “Tangible Computing” betrachtet – eine, wie ich finde, begrüßenswert menschliche Herangehensweise an die sonst viel zu abstrakte “digitale Welt”.

Außerdem fällt mir in diesem Kontext Myron Krüger ein, den einfach viel zu wenig Leute kennen. Viele der Gesten, die heute unseren Interaktions-Alltag (z. B. die “Zoom-Geste” auf dem iPhone) ausmachen, zeigte er schon 1988 (!):

3. In welchem Bezug steht deine Arbeit zum Thema?

Auch ich versuche, in meiner Arbeit den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen. Denn die Art, wie wir heute mit Technologie umgehen, macht mir teilweise Angst: Wir konsumieren Informationen massenhaft und unreflektiert, können Momente der Langeweile, Schwäche und Einsamkeit gar nicht mehr ertragen. Doch gerade diese Momente sind wichtig für uns: Wir beschäftigen uns mit uns selbst, reflektieren, und entwickeln uns weiter. Der Großteil unseres Umgangs mit der digitalen Welt ist außerdem eher kognitiv. So sind wir häufig geistig überfordert, körperlich allerdings völlig unterfordert.  Wir müssen uns im Zeitalter der Informationssintflut unsere Menschlichkeit bewahren – und unser Körper kann uns dabei helfen.

 

4. Auf welche 3 deiner Arbeiten bist du besonders stolz und warum?

In diesem kurzen Video sieht man drei Prototypen von Handys, die digitale Inhalte greifbar machen sollen:


5. Pflicht: Was sind momentan deine Lieblingsbücher, -Ausstellungen, -Künstler?

1. “You are not a Gadget” von Jaron Lanier
2. “Where good ideas come from” von Steven Johnson
3. “Metaphors we live by” von George Lakoff und Mark Johnson

 

6. Nenne uns 3 Werkzeuge/digitale Tools, die für dich gerade unersetzlich sind.

1. Das Notizbuch auf meinem Schreibtisch.
2. Das Notizbuch in meiner Jackentasche.
3. Das Notizbuch neben meinem Bett.

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6 questions to … Hamish Muir

18. November 2013

Hamish Muir was co-founder and principal of the London-based graphic design studio 8vo, and co-editor of Octavo, International Journal of Typography. In 2011 Muir co-founded Outcast Editions, a digital publishing company specialising in interactive design and architecture books for iPad and runs, together with Paul McNeil, MuirMcNeil Design Systems (read Paul’s “6 questions to …” here).

6 questions to … Hamish Muir

Hamish Muir was co-founder and principal of the London-based graphic design studio 8vo (1985-2001), and co-editor of Octavo, International Journal of Typography (1986-92). In 2011 Muir co-founded Outcast Editions, a digital publishing company specialising in interactive design and architecture books for iPad and runs, together with Paul McNeil, MuirMcNeil Design Systems (read Paul’s “6 questions to …” here).

1. Roots is the topic of TYPO Berlin 2014. What comes to your mind, when you hear this theme?

The thread of graphic design and typography as an historical continuum; fundamental design principles that are relevant at any time and in any medium.

 

2. Which design project was good and fundamental enough to trigger modern ideas and concepts?

There are two which have had a profound influence on me:

Wolfgang Weingart’s 1977 Kunstkredit poster – first seen when I was a final year student at Bath Academy of Art in 1978. It was a real eye opener – typography as structure and the integration of type and image in a unified visual field.

Much later, seeing Wim Crouwel’s 1968 ‘Vormgevers’ poster provided an insight into the possibilities for generating letterforms from grid-based systems.

3. What relationship is there between your work and the TYPO theme?

That’s for the audience to judge. I hope they will see a relationship between structure and form through a generative approach to the visualisation of language.

4. Which are the 3 projects you are particularly proud of, and why?

Around ten years after the formation of 8vo, Mark Holt and I were starting to look for new approaches in our work – a lot of the early work had concentrated on the formal aspects of design; composition, colour, figure and ground, and so on. We were running out of energy to carry on working in a mainly subjective / expressive way

The posters 8vo produced for the Flux New Music Festival in 1997 and 1998 both employ systematic approaches to typographic composition. The first explores a system where all the typographic elements are modulated by a set of rules which relate type sizes to an underlying grid.  The entire surface of the poster is treated as an ‘information mesh’.

© 8vo

The 1998 poster employs a system of highlighting applied to a single size of type to generate information hierarchy. This was partly an anti-aesthetic stance, but it also had a pragmatic grounding – the final information for the poster was to be available only 48 hours before the print deadline – part of the concept was to design (in advance) a system for designing a poster; to define the rules for the system and to resist tampering with the outcome as much as possible.

© 8vo

The final project is ‘ThreeSix’ which Paul McNeil and I worked on together over a period of two years prior to publishing the project in a Unit Editions Research paper in 2010. ThreeSix is an experimental optical/geometric type system of 6 typefaces in 8 weights. It started life as a research project which we began at the London College of Communication. Our goal was to generate geometric type forms modulated through a series of (geometric) optical interventions to see if it was possible to create a purely geometric type system which would be legible at small sizes.

© MuirMcNeil


5. Musts: What are, currently, your favourite books, exhibitions and artists?

I was very impressed with the recent book from Lars Müller publishers on the history of the Typografische Monatsblätter – it places already familiar work in the context of the journal’s editorial politics and provides fascinating examples of many lesser known works. I’m afraid I haven’t had time to visit exhibitions recently but will definitely see the Paul Klee exhibition at Tate Modern before it closes in March.

6. Give us 3 (digital) tools you currently cannot do without.

Illustrator, InDesign, Keynote

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6 questions to … Paul McNeil

18. November 2013

Paul McNeil is a graphic designer specialising in typography, information design and generative design. He has over 35 years’ experience working in brand communications and visual identity for the UK telecommunications, government and charity sectors.

6 questions to … Paul McNeil

Paul McNeil is a graphic designer specialising in typography, information design and generative design. He has over 35 years’ experience working in brand communications and visual identity for the UK telecommunications, government and charity sectors. He currently works in the Postgraduate Design area at the London College of Communication as Course Leader of MA Contemporary Typographic Media. Together with Hamish Muir he runs MuirMcNeil Design Sytems. See Hamish’s answers on our questions here.

1. Roots is the topic of TYPO Berlin 2014. What comes to your mind, when you hear this theme?

A couple of divergent thoughts:
Firstly, that working at the root level can have much more potential – and risk – than working up in the top layers. As Stanley Morison said: “What they call originality is achieved by getting down to the root-principle underlying the practice. From that origin you think your way back to the surface, where you may find you’re breaking untrodden ground.”

Secondly, that visual communication design is based on aesthetic considerations which at first appear to stem from purely subjective preferences but whose roots are deeply buried in wider social, cultural and biological conditions.
2. Which design project was good and fundamental enough to trigger modern ideas and concepts?

Anything and everything originated by Karl Gerstner, but in particular ‘Compendium for Literates’. As a student, all those years ago, it changed my ideas about what design and typography could do – that it could be both critical and exploratory. And then there’s his ‘Designing Programmes’, written in 1964, which Richard Hollis described as “what the future of graphic design is largely about”. Gerstner is a true visionary and one of the very few people who has elevated the role of the graphic designer by redefining it.

3. What relationship is there between your work and the TYPO theme?

I like to try to work at the root level and in the projects I’m currently undertaking with Hamish Muir we focus specifically on the construction and arrangement of component forms, typically modular letters, that can be used to generate complex typographic architectures without a great deal of local intervention.

4. Which are the 3 projects you are particularly proud of, and why?

‘Core’, a geometrically and statistically generated sans serif used as the basis for an extensive ongoing programme of experimental typeface designs which explore aspects of mechanised visual language. (2001-)

Core / © Paul McNeil

‘Bwirds’, an unfinished attempt to confine unruly handwritten wordforms to the restrictions of a grid. The intention is to implement this as a typeface with automatic variations in forms based on entry and exit points. (2008-)

Bwirds / © Paul McNeil

‘ThreeSix’ is an experimental optical/geometric type system of 6 typefaces in 8 weights. Hamish Muir and I have been working on it collaboratively for a few years now. It started life as a research project where our goal was to generate geometric type forms modulated through a series of optical interventions to see if it was possible to create a purely geometric type system which would be readable at small sizes.

ThreeSix / © MuirMcNeil

5. Musts: What are, currently, your favourite books, exhibitions and artists?

Books:
I like to keep a few books on the go at the same time. Currently, uppermost is David Foster Wallace’s essay collection, ‘Consider the Lobster’, in which he forensically considers not only lobsters but also women’s tennis, global catastrophes and the porn industry. Then there’s Steve Martin’s ‘Born Standing Up’ which is, unexpectedly, not that funny but all the better for it; and Hugh Howey’s “Wool” a self published sci-fi story which is so terrifyingly dystopian that I’m not sure I will get to the end but know that somehow I will.

Of course, I also have a crippling addiction to books on design and typography. Best thing I’ve bought this year so far is ‘Imprenta Real Fuentes Tipograpfica Espanola’, stunningly produced and also, thankfully, bilingual.

Exhibitions etc:
As far as recent exhibitions go, Paul Klee at Tate Modern: 10/10, Xu Bing at the Ashmolean: 8/10, Memory Palace at the V&A: 0/10. Favourite artists, there are too many to count, but Erwin Heerich is always a source of interest and inspiration.

6. Give us 3 (digital) tools you currently cannot do without:

Fontlab, Illustrator and InDesign although they are all exasperating in their own ways.

ammanposter

6 Fragen an … Yanone

30. Oktober 2013

Unseren Sprecher-Fragebogen beantwortet Yanone sehr ausführlich.

6 Fragen an … Yanone

 

Yanone arbeitet als Multimediakünstler, Grafikdesigner, Schriftdesigner und Filmemacher in Weimar. Er machte seinen Abschluss an der Bauhaus-Universität in Weimar mit einer arabisch/lateinischen Schriftfamilie und absolvierte danach den Type-&-Media-Master in Den Haag. Momentan arbeitet er an dem experimentellen Tanzfilm Antithesis, den er in seiner kompletten Länge auf der TYPO Berlin 2014 vorstellen wird. Hier sind seine ausführlichen Antworten auf unseren kleinen Fragebogen:

 

1. Roots ist das diesjährige Thema der TYPO Berlin. Was fällt dir zu dem Thema ein?

Dass sowas von sowas kommt. Alle Arbeiten bauen, wenn auch unbewusst, auf ein Fundament an Arbeit, die vorher geleistet wurde. Kein Künstler könnte auf seinem Niveau wirken, wenn er/sie beim Fundament anfangen müsste. Man nennt es Kultur. Das finde ich faszinierend.

Interessanterweise hilft mir deswegen das Studieren vergangener Arbeit aber nicht dabei, originale Werke zu erschaffen. Ich hab mir als Autodidakt in vielen Bereichen meiner Arbeit ein gesundes Paar Scheuklappen zugelegt, die mich von den Einflüssen anderer Werke abschirmen. Deshalb kenne ich mich auch nicht mit Schriften aus, wie immer angenommen wird. Ich erkenne aber an, dass ich in jedem Bereich auf dem Fundament anderer baue.

 

2. Welche Designarbeit ist in deinen Augen so gut und grundlegend gewesen, dass sie Ausgangsbasis für moderne Überlegungen war?

Otl Aichers Olympia-Piktogramme. Sie stellen die perfekte Mischung aus Reduktion und Erkennbarkeit dar. Der Schriftgestalter würde Lesbarkeit dazu sagen. Aber zu seiner Rotis hab ich auch eine klare Meinung: Die geht gar nicht.

 

3. In welchem Bezug steht deine Arbeit zum Thema?

Da muss ich auf die erste Frage verweisen. Ich habe mit Antithesis ein umfassendes, interdisziplinäres und originales Werk geschaffen, dass für sich steht, ohne Roots aber niemals so geworden sein könnte.

 

Antithesis – Trailer from Yanone on Vimeo.

 

4. Auf welche 3 deiner Arbeiten bist du besonders stolz und warum?

Am Anfang stand bei mir die »Kaffeesatz«, eine Grotesken-Familie, die ich vor fast zehn Jahren als grünschnäbliger Student aus Mangel an Selbstbewusstsein kostenlos veröffentlichte. Rückblickend gefällt mir die Schrift erwarteterweise nicht mehr so gut, aber sie hat mir seit 2004 alle Tore geöffnet und das Interesse an der Schriftgestaltung gedeihen lassen. Nun zu sehen, dass sie ca. 670.000 Mal heruntergeladen wurde (Google Webfonts nicht mit eingerechnet), und ihr auch in entlegenen Ländern ständig zu begegnen, erfüllt mich mit Stolz. Der Schrift verdanke ich alles.

 


Kaffeesatz © Yanone

Dann wäre da die Arabisch/Lateinische Schriftfamilie FF Amman für Jordaniens Hauptstadt, die ich auf der TYPO Berlin 2010 schon vorgestellt hatte. Aber Stolz trifft’s in dem Fall nicht – ich hatte einfach enormes Glück. Wer bekommt schon als Diplomand die Gelegenheit, einer Hauptstadt ein Gesicht zu verleihen? Auch, die Schrift in Kairo auf Bannern in Straßenprotesten zu sehen, erfüllt mich nicht mit Stolz. Aber mit viel Freude.

 


FF Amman @ Yanone

 

Mein Kurvenanalytik-Werkzeug »Speed Punk«, das Kurvenkrümmung der Outlines beim Gestalten von Schriften sichtbar macht, ist toll. Das hab ich nicht erfunden, aber aus dem Ingenieurswesen erstmals für die Schriftgestaltung implementiert. Es hilft enorm beim Erlernen des gefühlvollen Zeichnens mit kubischen Bézier-Kurven, die die technische Grundlage unserer digitalen Vektorgrafik bilden. Das Pony kann genau einen Trick, und den kann es richtig gut.

 

5. Pflicht: Was sind momentan deine Lieblingsbücher, -Ausstellungen, -Künstler?

Ich war neulich im frisch wiedereröffneten Rijks Museum in Amsterdam. Das war beeindruckend, so viel geballte niederländische Kunst auf einem Haufen zu sehen, und zum Greifen nah. Reproduktionen, egal wie hochauflösend, werden den Farben und Details der Bilder einfach nicht gerecht.
Auf Künstler kann ich mich schlecht festlegen, da gibt es einfach zu viele. Ein paar junge Künstler aus meinem näheren Umfeld, die mich beeindrucken: Die Jenaer Sängerin Delhia de France, die in Weimar Produktdesign studiert hat, und neben ihrer Band The Pentatones nun ein Solo-Projekt veröffentlicht. Die Kostüme, die sie für die Pentatones macht, sind Wahnsinn. Mich beeindruckt weniger ihre Musik als Solokünstlerin, als vielmehr das Gesamtkunstwerk.

Dann wäre da der Weimarer Architekturstudent Jakob Stolz, der in puncto Fassadenprojektion Dinge aus dem Ärmel schüttelt, die mich einfach nur begeistern. Neulich zum zweiten Weimarer Fassadenprojektionsfestival »Genius Loci« hat er mit mehrstufigen Signalketten und -schleifen und teils analogen Lichtquellen auf ein Miniaturmodell des Van-De-Velde-Baus der Universität projiziert, dessen abgefilmtes Bild dann auf das echte Gebäude projiziert wurde.

 

LEAPS IN SCALE an audiovisual live jam from KONGLOMERAT on Vimeo.

 

Zuletzt muss ich den Leipziger Matthias Müller alias Kid Gringo nennen, der in allem, was er tut, eine Ausnahmeerscheinung ist. Er arbeitet u.a. als Grafiker und überrascht dort immer wieder aufs Neue mit seinen Illustrationen und Farben. Als Deejay ist er der Energy-God und in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Dancehall-Künstler Ronny Trettmann haben sie den deutschen Reggae single-handedly aus dem Mief und Fremdschämen der Vergangenheit weit in eine neonfarbene Zukunft katapultiert und das Thema Dancehall erstmalig auf authentische Weise hier im reichen und sicheren Westeuropa interpretiert.
Zum Lesen hab ich keine Zeit.

 

6. Nenne uns 3 Werkzeuge/digitale Tools, die für dich gerade unersetzlich sind.

Das bereits erwähnte Speed Punk für die Schriftgestaltung. Andere Werkzeuge möchte ich nicht nennen.

Das Problem mit Werkzeugen ist, dass sie den eigenen Handlungsspielraum einschränken, anstatt ihn zu erweitern, weil man sich auf die Möglichkeiten des Werkzeugs beschränken muss. Wenn ich im Type&Media Schriftgestaltungs-Master in Den Haag eins gelernt habe, dann ist das, meine eigenen Werkzeuge zu bauen. Nur so kann ich meine Ideen in der erdachten Weise umsetzen.

Speed Punk ist dort entstanden, aber auch eine HTML- und Grafik-Synthesizer-Bibliothek, die mich programmatisch Grafiken basteln lassen. Ein weiterer, wichtiger Punkt für eigene Werkzeuge ist, dass man die Funktionsweise nur von den Werkzeuge verinnerlichen kann, die man selbst gebaut hat. Da ist es egal, gegen welches Monstrum man antritt.

Ich muss immer lachen, wenn Menschen die iPads als Kreativwerkzeuge lobpreisen. Denn man kann sich auf dem Gerät selbst keine Apps programmieren, also kann man nicht tatsächlich kreativ sein. Die Dinger sind Fernbedienungen, weiter nichts.