19.03 Uhr. Steven Heller betritt die Bühne, fordert: “Leute, macht was! Wir brauchen Sound.” Und dann geht’s wirklich rund! Marschierende Soldaten, ein Bild jagt das nächste. Dazu donnernder Sound, bewusst gewählt und auch irgendwie passend zum Thema Totalitarismus. Nach drei Minuten ist der Spuk vorüber, Heller spricht.

Steve Heller
Heller behandelt ein Thema, zu dem bereits zigtausende Publikationen im Umlauf sind und täglich neue hinzukommen. Aber eben wenige im Design-Kontext.

Deswegen wirkt Hellers deskriptive Heransgehensweise auch durchaus schlüssig. Mehrere Kategorien (Führerkult, Kinderkult, etc…) für die vier zu vergleichenden Regime in Italien, Deutschland, Sowjetunion und China. Dabei arbeitet der Amerikaner gut Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede heraus. Hier benennt er vor allem die Gewichtung einzelner Symboliken, so z.B. der berühmte Hitler-Gruß bzw. der Personenkult um Stalin. Insbesondere Logos und Design seien die Werke einzelner Menschen. “Das dürfe man nie vergessen”, so Heller.

Leider schwenkte er erst zum Schluss auf die Gegenwart um und warnte vor dem Kommerz mit totalitären Symbolen. Dieser Aspekt hätte wirklich länger sein können. Denn aus der Vergangenheit werden die Lehren für die Zukunft gezogen.

Text: Sebastian Kemnitzer (creativevillage), Foto: gerhardkassner.de